Bootstrailer und Fähre: Was gilt an Bord?
Die großen Sommerferien sind vorbei, viele Trailer stehen aber noch längst nicht in der Garage. Wer die ruhigere Nachsaison für eine Tour über die Ostsee, nach Skandinavien oder ans Mittelmeer nutzt, kommt am Thema Fähre oft nicht vorbei. In den letzten Wochen haben uns dazu mehrfach Fragen erreicht: Wie wird ein Bootstrailer bei der Buchung angegeben? Muss er an Bord extra gesichert werden? Und was gilt für Höhe, Länge und Gewicht des Gespanns? Wir fassen die wichtigsten Punkte zusammen.
Bei der Buchung: exakte Maße statt Schätzung
Reedereien berechnen den Preis nach der Gesamtlänge des Gespanns, nicht nach dem Zugfahrzeug allein. Bei der Buchung muss deshalb die tatsächliche Länge von Zugfahrzeug plus montiertem Bootstrailer angegeben werden, gemessen im angehängten Zustand. Fällt die reale Länge höher aus als gebucht, kann es passieren, dass an Bord kein Platz mehr garantiert wird, gerade auf ausgebuchten Verbindungen in der Hauptreisezeit.
Auch die Höhe spielt eine Rolle. Viele Reedereien verlangen, dass Fahrzeuge, Wohnwagen und Anhänger ab einer Gesamthöhe von etwa 2,20 Metern bereits bei der Buchung separat angegeben werden. Das betrifft Bootstrailer selten direkt, kann aber relevant werden, wenn Mast oder Aufbauten auf dem Trailer mitgeführt werden. Im Zweifel lohnt sich ein kurzer Anruf bei der Reederei vor der Buchung.
Gewicht: Zugfahrzeug und Anhänger zählen zusammen
Für die Fahrzeugklasse und den Preis zählt das zulässige Gesamtgewicht der gesamten Kombination. Auf vielen Fähren liegt die Grenze für die reguläre Pkw-Tarifklasse bei 3.500 kg zulässigem Gesamtgewicht. Wird diese Grenze durch den beladenen Bootstrailer überschritten, rutscht das Gespann in eine andere, meist teurere Fahrzeugklasse. Ein Blick in die Zulassungsbescheinigung des Trailers vor der Buchung erspart spätere Überraschungen am Check-in-Schalter.
Ladungssicherung: Auch an Bord Pflicht
Die Ladungssicherung endet nicht an der Rampe der Fähre, sie beginnt dort erst richtig. Auf See wirken bei Seegang und Wellenbewegung deutlich stärkere Kräfte auf Boot und Trailer als auf der Straße. Das Boot muss deshalb so gesichert sein, dass es auch bei Schräglage und Bewegungen des Schiffs nicht verrutscht. Wie bereits in unserem Ratgeber zur Ladungssicherung beschrieben, gehören dazu geeignete Zurrgurte mit blauem Label nach DIN EN 12195-2, keine improvisierten Seile oder verschlissenes Material.
Auf einigen Fähren, insbesondere bei längeren Überfahrten und unbegleiteten Anhängern, verlangt das Bordpersonal eine zusätzliche Sicherung des Gespanns selbst, etwa gegen seitliches Wegrutschen auf dem Fahrzeugdeck. Wer eigene Zurrgurte und ausreichend Ösen am Trailer hat, ist hier klar im Vorteil, denn nicht jede Reederei stellt Material zur Verfügung.
Verhalten beim Ein- und Ausschiffen
Beim Be- und Entladen gilt auf den meisten Fähren ein enger Zeitrahmen, und das Bordpersonal weist die Stellplätze auf dem Fahrzeugdeck zu, nicht der Fahrer selbst. Für Gespanne mit Bootstrailer bedeutet das: Rangieren nach Anweisung, ohne eigene Spielräume einzufordern. Ein geübter Blick auf Länge und Wendekreis des eigenen Gespanns hilft, zügig und ohne Stress in die zugewiesene Position zu fahren.
- Vor der Einfahrt: Ladung und Zurrgurte ein letztes Mal kontrollieren
- Während der Überfahrt: Fahrzeugdeck ist meist nur zeitweise zugänglich, wichtige Gegenstände vorher entnehmen
- Nach der Zuweisung des Stellplatzes: Gang einlegen, Handbremse ziehen, Fahrzeug verriegeln
- Bei Anhängern mit Gasanlage oder Gasflaschen an Bord: Angabe bei Buchung und Check-in nicht vergessen
Fazit: Frühzeitig planen, korrekt angeben
Ein Bootstrailer an Bord einer Fähre ist unkompliziert, solange Länge, Höhe und Gewicht korrekt angegeben werden und die Ladungssicherung den Anforderungen auf See standhält. Wer sich vor der Buchung die genauen Maße des Gespanns notiert und den Trailer mit geeigneten Zurrgurten ausstattet, kommt entspannt über die Rampe und sicher am Zielhafen an. Für alle Fragen rund um passendes Zurrmaterial und Trailerzubehör steht der HARBECK-Ersatzteilshop zur Verfügung.
Die genauen Bestimmungen zu Buchung, Maßen und Ladungssicherung unterscheiden sich je nach Reederei und Strecke. Informieren Sie sich vor der Fahrt direkt bei Ihrer Fährgesellschaft über die aktuellen Vorgaben.